Dissertationsprojekt
Stephan Kinsner
Archäologisches Kulturerbe als Faktor des EU-Aufbauinstruments „NextGenerationEU“ – Ansätze, Möglichkeiten und Bedarfe im nationalen Aufbau- und Resilienzplan Griechenlands „Greece 2.0“
Eine globale Krise bisher unbekannten Ausmaßes der letzten Jahrzehnte war die COVID-19-Pandemie, die ab dem Jahr 2020 global Eruptionen mit wirtschaftlichen, politischen und sozialen Folgen ausgelöst hat. Städte und Regionen müssen in der Folge resilienter gegen Krisen werden und auf Transformationsprozesse reagieren. Mit dem EU-Aufbauinstrument „NextGenerationEU“ (NGEU) hat die Europäische Union (EU) ein befristetes Förderinstrument geschaffen, um die Folgen der COVID-19-Pandemie zu bewältigen. Dafür wurden nationale Aufbau- und Resilienzpläne (National Recovery and Resilience Plans, NRRPs) in allen 27 EU-Mitgliedstaaten entwickelt, die in kritische Bereiche investieren und die bestehenden Fonds der Kohäsionspolitik ergänzen (ESI-Fonds). Das Dissertationsprojekt befasst sich mit den Wirkungen des EU-Aufbauinstruments NextGenerationEU in Griechenland.
Kernstück von NextGenerationEU ist die Aufbau- und Resilienzfazilität (Recovery and Resilience Facility, RRF). Der durch die Europäische Kommission (EU-KOM) genehmigte Aufbau- und Resilienzplan Griechenlands, benannt „Greece 2.0“, orientiert sich an den zentralen Bereichen der RRF und ist in die vier Säulen “Green Transition”, “Digital Transformation”, “Employment, Skills and Social Cohesion” und “Private Investment and Transformation of the Economy” gegliedert. Er stellt bis zum Jahr 2026 insgesamt rund 36 Milliarden Euro (Förderung und Kredite) für Investitionsmaßnahmen und Reformen in den Themenfeldern Digitalisierung und Klimaschutz, zum sozialen und territorialen Zusammenhalt sowie für ein nachhaltiges, intelligentes und integratives Wachstum zur Verfügung. Grundlage der Maßnahmen sind die vorhandenen Strukturen und Ressourcen, zu denen das archäologische Kulturerbe gehört. Ab 2026 sollen Maßnahmen aus Greece 2.0 dazu beigetragen haben, resiliente Städte und Regionen zu schaffen, die besser auf klimatische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen reagieren können.
Greece 2.0 bezieht das kulturelle Erbe in verschiedenen Bereichen ein (insbesondere in Komponente 4.6 „Modernise and improve resilience of key economic sectors“) und umfasst zahlreiche Projekte, die archäologisches Kulturerbe betreffen (Restaurierungen, Infrastrukturausbau, Nutzung und Einbindung in urbane und regionale Kontexte). Das Dissertationsprojekt untersucht am Beispiel von Greece 2.0, welche Ansätze, Möglichkeiten und Bedarfe bestehen, archäologisches Kulturerbe als Faktor einer resilienten Stadt- und Regionalentwicklung in die Zielsetzungen von NextGenerationEU einzubinden. Fallbeispiele aus dem Maßnahmenkatalog für diese Untersuchung sind die Projekte SUB. 7.2.4 “Thessaloniki: Enhancement of Rotunda’s Monumental Complex (UNESCO Monument)“ und SUB. 3.6 „Upgrading the Infrastructures of Archaeological Sites and Castles in Aitoloakarnania and Lefkas“.