Dissertationsprojekt

Jane Kreiser

Neue Tondächer aus Akarnanien.

Ein Beitrag zum nordwestgriechischen Dachsystem zwischen dem 7. bis 6. Jh. v. Chr.


Die Dissertation beschäftigt sich mit Tondächern am Beispiel von Orten in Akarnanien (Nordwestgriechenland), wo ein spezifisches Dachsystem im 7. Jh. v. Chr. entwickelt wurde. Ziel ist es, dieses sogenannte nordwestgriechische Dachsystem einer Neubetrachtung zu unterziehen. Ermöglicht haben das archäologische Feldforschungen in der nordwestgriechischen Region Akarnanien, durch die sich die Datengrundlage erheblich erweitert hat. Dadurch kann nun das akarnanische Material in die bisherige Diskussion um die Genese des nordwestgriechischen Dachsystems einbezogen werden.

Die dafür zugrundeliegenden Daten basieren auf ausgewählten Neufunden aus Akarnanien. Die nordwestgriechische Region Akarnanien galt bisher aufgrund mangelnder Funde als unterrepräsentiert und konnte bisher nicht in vergleichbare Studien einbezogen werden. Im Rahmen großangelegter Surveyprojekte in der Stratiké (1992 -1996) und auf der Phlagia-Halbinsel (2000-2007) wurden bedeutende Neufunde gemacht, die in der vorliegenden Arbeit zum Teil erstmals vorgestellt werden. Im Fokus stehen die neu entdeckten Dachterrakotten des Tempels von Spáthari bei Stratos, die des Tempels auf dem Proph. Elias bei Palairos, sowie Dachterrakotten von der Akropolis von Anaktorion. Diese Neufunde ergänzen die Kenntnis zum nordwestgriechischen Dachsystem, das bisher vorwiegend auf Basis der bereits publizierten Tondächer des frühen Apollon-Tempels (630-620 v. Chr.) aus dem Heiligtum von Thermos, des archaischen Hera-Tempels in Mon Repos (um 610 v. Chr.) auf Korfu oder des sog. Bunten Dachs (600-590 v. Chr.) aus Kalydon definiert wurde. Der Zuwachs an Material, sowie neue Fragestellungen und Methoden, die bisher nicht in dieser Intensität diskutiert werden konnten, ermöglichen eine Neubewertung des nordwestgriechischen Systems.