Antikes Westgriechenland neu erforscht – Internationale Konferenz in Darmstadt würdigte das Lebenswerk von Franziska Lang

20.01.2026 von

Interdisziplinäre Perspektiven auf eine Schlüsselregion der Antike

Die internationale Konferenz versammelte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Archäologie, Alter Geschichte, Epigraphik und Geographie, um aktuelle interdisziplinäre Forschungsergebnisse zum antiken Westgriechenland zu diskutieren. Der zeitliche Rahmen reichte von der geometrischen Periode bis in die römische Kaiserzeit. Im Fokus standen die Regionen Akarnanien, Aitolien, Epeiros sowie der nordwestliche Peloponnes – Landschaften, die in der Antike eine zentrale Rolle für Mobilität, Handel und religiöses Leben spielten, in der archäologischen Forschung jedoch lange unterrepräsentiert geblieben waren.

In den vergangenen Jahren haben intensive Feldforschungen und neue Forschungsinitiativen das Verständnis dieser historischen Räume erheblich vertieft. Ziel der Tagung war es, die neuesten Ergebnisse dieser Arbeiten erstmals gebündelt vorzustellen und eine neue wissenschaftliche Grundlage für die weitere Erforschung des antiken Westgriechenlands zu etablieren.

Aktuelle Forschung, neue Methoden und innovative Diskussionen

Die Veranstaltung am 11. und 12. Dezember 2025 im historischen Köhler-Saal der TU Darmstadt umfasste Vorträge eingeladener nationaler und internationaler Expertinnen und Experten. Thematische Schwerpunkte bildeten Siedlungsmuster und Raumorganisation, sakrale Landschaften, politische Institutionen, paläoökologische Entwicklungen sowie methodische Innovationen in den Altertumswissenschaften.

Ein besonderes Merkmal der Tagung war ihr innovatives Diskussionsformat. Neben klassischen Vorträgen waren aktuell zum antiken Westgriechenland forschende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gezielt als Diskutantinnen und Diskutanten eingebunden. Dieses Format ermöglichte einen intensiven Austausch zwischen laufender Feldforschung und theoretischer Reflexion und trug wesentlich zu lebendigen und vertiefenden Debatten bei.

Zu den Höhepunkten des Programms zählten die Festvorträge von Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke (Universität Freiburg) und Prof. Dr. Peter Funke (Universität Münster), die übergreifende Perspektiven auf politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen im antiken Griechenland eröffneten.

Die Ergebnisse der internationalen Konferenz werden nun in einer Festschrift für Franziska Lang zusammengetragen und so schnell wie möglich in der Serie Akarnanien-Forschungen veröffentlicht.

Würdigung von Prof. Dr. Franziska Lang

Die Konferenz war Prof. Dr. Franziska Lang gewidmet, langjährige Inhaberin des Lehrstuhls für Klassische Archäologie und Vizepräsidentin für Akademische Karrieren an der TU Darmstadt, die mit dieser Tagung in den Ruhestand verabschiedet wurde. Ihre langjährige Arbeit, insbesondere in Akarnanien und auf der nordwestlichen Peloponnes hat die Erforschung des antiken Westgriechenlands nachhaltig geprägt und international sichtbar gemacht.

In ihrem Grußwort würdigte TU-Präsidentin Prof. Dr. Tanja Brühl Franziska Langs Engagement als Vizepräsidentin für Akademische Karrieren. Sie habe sich mit großem Einsatz dafür eingesetzt, optimale Bedingungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen zu schaffen, neue Perspektiven zu eröffnen und nachhaltige Strukturen an der Universität zu etablieren.

Auch international wurde Franziska Langs wissenschaftliche Arbeit gewürdigt: Prof. Dr. John Bintliff von der Universität Edinburgh hob ihren holistischen Ansatz hervor, der archäologische, historische und landschaftliche Perspektiven konsequent miteinander verband.

Dank an die Förderer

Ermöglicht wurde die Durchführung der Tagung durch die Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Pestalozzi-Stiftung, der TU-Graduiertenorganisation Ingenium, der Sparkasse Darmstadt sowie der Freunde und Förderer der TU Darmstadt. Ihnen galt ein besonderer Dank für ihr Engagement zur Förderung der geisteswissenschaftlichen Forschung und des wissenschaftlichen Nachwuchses.