Antike Welten

Vortragsreihe Antike Welten – Archäologie und Geschichte

Lageplan TU Darmstadt - Stadtmitte
Lageplan TU Darmstadt – Stadtmitte

eine gemeinsame Veranstaltung der Fachgebiete Alte Geschichte und Klassische Archäologie der TU Darmstadt

Diese Veranstaltung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit wie an die Fachwelt gleichermaßen. Jedes Semester werden jeweils zwei Kolleginnen/Kollegen aus den Altertumswissenschaften zum Vortrag eingeladen, die Einblicke in die neuesten Ergebnisse ihrer Forschungen bieten.

Die Vorträge finden jeweils um 18.15 Uhr im Seminarraum 05/22, ehem. Maschinenhaus der Technischen Universität, Magdalenenstr. 12,, statt. Der Eintritt ist frei.


Programm im Sommersemester 2017

Dr. Sabine Neumann (Philipps-Universität Marburg)

Die Grotten auf der Akropolis von Rhodos. Künstliche Natur im Kontext hellenistischer Wohnkultur

Auf der Akropolis von Rhodos haben sich drei Grotten erhalten, die mit künstlichen Tropfsteinen und Felsdekorationen das Aussehen natürlicher Höhlen nachahmen. In der Literatur galten die bislang kaum erforschten Anlagen als Heiligtümer der Nymphen und/oder Teil einer öffentlichen landschaftlichen Parkanlage. Nach der Entdeckung weiterer künstlicher Grotten in Rhodos, Delos und Athen, kann allerdings plausibel gemacht werden, dass die Anlagen zu großen hellenistischen Wohnhäusern gehörten und beeindruckende Zeugnisse für die Integration von Natur in den städtischen Lebensraum darstellen.

18. Mai 2017, Raum S01 05/22, 18.15 Uhr

Dr.-Ing. Judith Ley (TU Darmstadt)

Hier wurden die Feste gefeiert! Das Aachener Rathaus als Krönungspalast der deutschen Könige

Das Rathaus der Stadt Aachen birgt in seiner Bausubstanz einen der bedeutendsten mittelalterlichen Herrschaftsbauten des deutschsprachigen Raums. Es wurde im 14. Jahrhundert auf den Überresten der Königshalle Karls des Großen errichtet. In ihr fand das Krönungsmahl für die deutschen Könige statt, die in Aachen seit 936 inthronisiert wurden. Beim Bau des Rathauses wurde im Obergeschoss ein großer Saal vorgesehen, der weiterhin diese Funktion übernahm. Das neue Gebäude galt deshalb gleichzeitig als Palast und Rathaus. Innerhalb eines DFG-Projektes wurde nun auf der Grundlage einer systematischen Bauforschung und Architekturanalyse untersucht, wie das Gebäude vom frühen bis ins späte Mittelalter immer wieder umgestaltet wurde und wie sich die Funktions- und Wirkungsweise seiner Repräsentationsarchitektur hierbei veränderte.

01. Juni 2017, Raum S01 05/22, 18.15 Uhr

Programm im Wintersemester 2016/17


Dr.-Ing. Daniel Lohmann (RWTH Aachen)

Große Steine, große Ideen. Die Bau- und Planungsgeschichte des Jupiterheiligtums von Heliopolis / Baalbek (Libanon)

Das Heiligtum des Jupiter Heliopolitanus in Baalbek (Libanon) gilt als eines der größten Bauwerke der römischen Kaiserzeit. Umso erstaunlicher, wie viele offene Fragen es trotz seines relativ guten Erhaltungszustandes über seine Entstehung, seine Baugeschichte und seine Architekturmotive gab.
Mehrjährige intensive Bauforschung in dem römisch kaiserzeitlichen Heiligtum konnte eine breite Materialbasis für die Beantwortung einiger dieser Fragen schaffen. Im Vortrag werden zunächst neue Erkenntnisse über die bauliche Genese des Heiligtums vorgestellt. Auf diese aufbauend werden dann übergeordnete architektonische Leitbilder analysiert.

03. November 2016, HS 92, 18.15 Uhr


Dr. Susanne Froehlich (Universität Gießen)

Keine Durchfahrt für Schwerlasttransporte! Mobilität und Verkehrsregeln am Eingang der römischen Stadt

Folgt man der Darstellung zeitgenössischer Autoren, so herrschte in der römischen Kaiserzeit eine nahezu unbeschränkte Reisefreiheit. Doch wie kam man in eine Stadt hinein? Welchen Formalitäten hatte man sich am Stadttor zu unterziehen? Der Vortrag widmet sich den Verkehrsregelungen, die in Rom selbst galten. Es wird zu sehen sein, dass der Fahrzeugverkehr in der Stadt tagsüber keineswegs (wie vielfach zu lesen ist) generell verboten war. Ein Blick auf das tatsächlich praktizierte Verkehrsverhalten zeigt außerdem, dass normative und empirische Wirklichkeit nicht zwingend deckungsgleich sind.

17. November 2016, HS 92, 18.15 Uhr