Intro

Akarnanien – Interdisziplinäre Regionalstudien im Westen Griechenlands

Internationale Konferenz
Fachgebiet Klassische Archäologie
Technische Universität Darmstadt
2.-3. Oktober 2009

Unser Bild des antiken Griechenlands hat sich grundlegend verändert, seit man verstärkt auch jene Regionen in das Blickfeld intensiver Forschungen rückte, die jenseits der ereignisgeschichtlich einflussreichen Zentren liegen. Dass eine Stadt ohne ihr Umland aber nicht existieren konnte, ist zudem eine Erkenntnis, die weiterführende Studien beförderte, in denen die Landschaft zu einer zentralen Forschungsaufgabe wurde. Diese neuen Konzepte zu Region und Landschaft haben wesentlich dazu beigetragen, dass wir uns heute eine differenziertere Vorstellung von der wechselvollen Geschichte Griechenlands machen können.

Kultur- und Naturraum wurden nicht mehr getrennt gedacht, sondern als Wechselspiel zwischen Umwelt und anthropogener Praxis von politischen, gesellschaftlichen, sozialen, religiösen, ökonomischen sowie kulturellen Akteuren und Institutionen wahrgenommen, das Landschaft erst entstehen lässt. Nur einer interdisziplinär aufgefassten Forschung kann es daher gelingen, diese komplexen Dimensionen des Raumes in seinen Transformationsprozessen nachvollziehbar zu machen.

Die Erfolge solcher Regionalstudien werden auf dem angekündigten Kongress exemplarisch an der Landschaft Akarnanien dargestellt. Akarnanien liegt im Westen Griechenlands und stand lange außerhalb des Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Dies hat sich in den letzten Jahren durch zahlreiche national wie auch international verankerte Projekte grundlegend geändert, aus denen sich mittlerweile ein anregender interdisziplinärer Dialog entwickelt hat.

Einerseits erfasst die archäologisch-historische Forschung mit ihrem umfangreichen Quellenmaterial die menschliche Praxis im anthroponaturalen System Akarnaniens; andererseits lässt sich das naturale System in Verbindung mit bio- und geowissenschaftlichen Studien (Ressourcenpotential, Paläoumwelt, Vegetationsgeschichte usw.) in eine holistische Landschaftsanalyse integrieren. Unter der Voraussetzung einer diachronen Perspektive, die den Zeitraum vom Paläolithikum bis zum Beginn des 20.Jhs. umfasst, können nun regionale Zonen naturräumlich wie auch archäologisch-historisch in die longue durée Akarananiens eingebunden werden. Auf dem internationalen Kongress werden sich Beiträge der verschiedenen Disziplinen sowohl den Interaktionen zwischen Stadt und Umland als auch der kultischen Praxis und den ruralen Aktivitäten widmen. Ebenso werden geoarchäologische Landschaftsanalysen und archäozoologische Auswertungen vorgestellt, mit denen die naturräumlichen Voraussetzungen als Lebensgrundlage untersucht wurden, um die Dynamik der Landschaft Akarnanien aus verschiedenen Blickwinkeln zu rekonstruieren.

Programm

Ort:
TU Darmstadt – Campus Lichtwiese
Hörsaal 91 – Fachbereich Architektur
El-Lissitzky-Str. 1
64287 Darmstadt

Programm als PDF

Kontakt

Prof. Dr. phil. Franziska Lang
Klassische Archäologie – FB 15
Technische Universität Darmstadt
El-Lissitzky-Str. 1
D-64287 Darmstadt
Telefon: 0049-(0)6151-163130
Fax: 0049-(0)6151-166014
Email: flang[at]klarch.tu-darmstadt.de
http://www.archaeologie.architektur.tu-darmstadt.de